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Das öffentliche Gaslicht wird nach und nach durch Strom aus Wasserkraft ersetzt

  • Bild einer hängenden Gaslaterne in Wien 1901.

Im Jahr 1923 wurde schließlich das vor Kriegsbeginn angedachte Projekt der Elektrifizierung der Beleuchtung aller Straßen von der Stadtregierung beschlossen. Es dauerte bis 1962, bis das letzte öffentliche Gaslicht aus dem Wiener Stadtbild verschwand. Die Deckung der dazu benötigten Energie sollte mit dem Ausbau der Wasserkraft gewährleistet werden.

Die Nutzung der Wasserkraft ermöglichte eine Verbesserung der öffentlichen Beleuchtung und trieb die Elektrifizierung voran, da man den enormen Bedarf von dem bis dato eher geringen Nachtstrom stillen konnte und dadurch zur Nachtbelastung der Kraftwerke beitrug. In einem ersten Probebetrieb wurden im Folgejahr 20 Lampen zu je 44 Volt in Serienschaltung in Betrieb genommen. Diese wurden auf den Spanndrähten der Straßenbahn in der Thaliastraße angebracht. Waren keine Spanndrähte der Straßenbahnen vorhanden, wurden die Lampen über die Fahrbahnmitte gehängt und die Leitung auf eigener Verspannung geführt. Durch die neuen Möglichkeiten der elektrischen Beleuchtung kam das Gaswerk unter Druck und versuchte die bestehende Versorgung der Beleuchtung weiter zu verbessern.

Der Siegeszug der elektrischen Lampe und deren Verbreitung konnten dadurch jedoch nicht aufgehalten werden. Die Beleuchtung von Plätzen beschränkte sich zunächst auf das historische Stadtzentrum, ehe es ab den 1920er Jahren zu einem Ausbau des Netzes kam. Dieser Entwicklung folgend kam es auch zu einer besseren Beleuchtung des Straßennetzes, welches von 50 km im Jahr 1913 auf knapp 600 km Länge in den 1930er Jahren ausgeweitet werden konnte und so nach und nach Wien zu einer der bestbeleuchteten Großstädte der Welt werden ließ.

Mit den steigenden technischen Möglichkeiten änderte sich das Bild der Stadt zunehmend. Leuchtreklamen erhellten die Nacht in verschiedensten Farben und durch verschiedenste Formen. Dank der Innovationen der Glühlampe und der Neonröhre waren 1930 vor allem in den Hauptgeschäftsstraßen, wie etwa auf der Kärntner und Mariahilfer Straße, circa 7.300 Leuchtreklamen angebracht.

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Energie