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Die Nachkriegszeit: Stromengpässe und Aufbauarbeit

  • Der ausgebombte Philipphof im Zweiten Weltkrieg 1945. Schlagwörter: Zweiter Weltkrieg, Schaden, Bombardierung, Philipphof zerstört 1945
  • Das Titelblatt der E-Werks Zeitschrift „Unser E-Werk“ aus dem Jahr 1942.
  • Eine Grafik zur Anzeige des Fortschritts der Reparaturarbeiten des Gasnetzes nach dem 2. Weltkrieg.
  • Die erste Seite des Berichtes des Gaswerkdirektors Dollinger über den Wiederaufbau des Gasnetzes nach dem zweiten Weltkrieg.

Die unmittelbare Nachkriegszeit in Wien zeigte ein Bild der Verwüstung: von 20 Uhr bis 7 Uhr früh wurde eine Ausgangssperre verordnet, auch die Verdunkelung der Stadt wurde bis zum Kriegsende beibehalten. Im August 1945 wurde Österreich in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Diese Aufteilung in die vier Besatzungszonen Wiens erleichterte die Arbeit der Elektrizitätswerke: man musste sich nun mit vier verschiedenen Einflussstellen koordinieren. In jeder Zone befanden sich nun verschiedene Unter- und Umspannwerke. Der russischen Zone zugeteilt wurden alle Überlandbetriebsstellen in Niederösterreich, ebenso die Werke Ebenfurth, Enzesfeld, Favoriten, Floridsdorf, Guntramsdorf, Klosterneuburg, Leopoldstadt, Liesing, Nord, Perchtoldsdorf, Rodaun und Stadlau, außerdem die Dampfkraftwerke Simmering und Engerthstraße.

Am 14. April schließlich, als die russische Besatzungsmacht das Kommando übernommen hatte, begannen die ersten Reparaturen im Kraftwerk Simmering. Zwei Tage später, am 16. April konnten der erste Hochdruckkessel und ein Turbogenerator wieder in Betrieb genommen werden. Wohin der Strom geliefert wurde, entschied die Besatzungsmacht. Dennoch sah man sich im kommenden Winter 1945/46 mit Stromengpässen konfrontiert, da auch die Gasversorgung noch nicht vollständig wiederhergestellt war. Man befürchtete, dass viele Strombezieher mit elektrischen Heizstrahlern ihre Wohnungen beheizen wollten. Es wurde zwar zum Sparen aufgerufen, doch hatte man keine Möglichkeit, dies zu kontrollieren. Erst durch Notabschaltungen konnte man den Stromverbrauch eindämmen und das Kraftwerk vor Überlastungsschäden schützen.

Auch die Arbeitszeiten waren zu dieser Zeit beträchtlich: Sieben Tage in der Woche, Sonn- und Feiertage inklusive. Als Gehalt bekam man 150 Reichsmark pro Monat, die ihren Wert fast verloren hatten. Selbst wenn man versuchte, Nahrung legal zu erhalten, so bekam man diese nur, wenn man weit vorne in den langen Warteschlangen vor den Geschäften stand.

In den Jahren nach dem Krieg wurde mit zunehmendem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Schaffung von Lichtanlagen notwendig. Dafür waren die E-Werke gemeinsam mit der Magistratsabteilung 33 für Beleuchtungsanlagen zuständig. Nach der Zeit der Zerstörung und des Wiederaufbaus entwickelte sich Österreich nach und nach nicht nur zu einem der am bestversorgten Länder Europas mit Energie, sondern auch zu einem sehr bedeutenden Stromexportland.

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