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Eröffnung der ersten elektrischen Straßenbahn in Wien

  • Bild der „Elektrischen“. Aufnahme der ersten Endstation beim Raimundtheater in der Wallgasse.
  • Der Bereich Oper Ring mit den Type G und C und Beiwagen der Type a um 1906.
  • Straßenbahnzüge der Type G in Ursprungsausführung mit Beiwagen Type r, bei der Markthalle Nußdorferstraße, Sechsschimmelgasse, noch mit Liniensymbolen um 1906.

Auch der Verkehr ist durch den Wandel der Energieträger geprägt. Neben der Pferdestraßenbahn wurden die Verkehrsmittel durch Dampfkraft angetrieben, ehe ab etwa 1900 die Elektrifizierung des Verkehrs erfolgte. Für das Stadtbild bedeutete dies eine Befreiung der Straßen von Pferdekot und ein Verschwinden des Rauches.

In den Anfängen des städtischen Verkehrs konnten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in einer halben Stunde in etwa 2,5 Kilometer zurückgelegt werden. Das heißt, mit dem Omnibus war in dieser Zeitspanne gerade einmal die Erreichung des heutigen Gürtels vom Zentrum ausmöglich. Mit der Pferdetramway verbesserte sich diese Situation vorerst und es konnte eine Strecke von rund 4 Kilometer in einer halben Stunde zurückgelegt werden, was bereits die Vororte miteinschloss. Mit der elektrischen Straßenbahn wuchs der Aktionsradios auf etwa 6 Kilometer innerhalb einer halben Stunde an und ließ die Stadt kreisförmig bis nach Floridsdorf weiterwachsen.

1902 wurde schließlich die erste elektrische Straßenbahn in Wien eröffnet. Diese verkehrte auf der Strecke Wallgasse – Prater – Vorgartenstraße. Der nötige Transaktionsstrom stammte aus dem Kraftwerk Leopoldstadt der AÖEG und wurde anfangs von den Oberleitungen über Rollenstromabnehmer, nach etwa zwei Jahren über Schleifbügel entnommen. Das Netz des öffentlichen Verkehrs wuchs seitdem stetig. Die Stromzufuhr für die Straßenbahnen erfolgte durch Oberleitungen, nur der Ring und die innere Mariahilferstraße waren zunächst von diesem System ausgenommen. Das Kaiserhaus fand diese nicht ästhetisch für ihre Prachtstraße und der Strombezug erfolgte zunächst durch eine Stromschiene, die unter der Fahrschiene angebracht war. Dieses System erwies sich jedoch als äußerst störungsanfällig und wurde deshalb bereits 1915 wieder aufgegeben.

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Energie