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Gründung der städtischen Gaswerke

  • Bau der vier Gasbehälter in Simmering, 1897.

Zwischen 1896 und 1899 unterlag die Gasversorgung bereits nach Auslaufen der Verträge mit der Imperial-Continental-Gas-Association kurz ICGA zum Großteil dem städtischen Gaswerk und ließ ihm ein Gasmonopol zukommen. Der Weg dahin war gewiss ein langer, denn der Eigenbau der Anlage wurde zwar bereits 1896 beschlossen, zwischenzeitlich kam es jedoch laufend zu Verhandlungen mit der ICGA zur Klärung der Gasfrage. Die ersten Verhandlungen wurden bereits 1891, also noch vor dem Baubeschluss der eigenen Werke, geführt, was dazu führte, dass der Gemeinderat die gerichtliche Schätzung der Betriebsanlagen der englischen Gasgesellschaft vornehmen ließ. Das Ergebnis brachte einen Schätzwert der Anlagen von rund 16,2 Millionen Gulden (rund 209 Millionen Euro), was der Gemeinde zu hoch erschien. Dass die Engländer nicht bereit waren, den Preis herabzusetzen, ließ den Gemeinderat immer stärker zum Eigenbau tendieren. Die Verhandlungen mit der ICGA waren alles andere als freundschaftlich und bei erneuten Gesprächen boten die Engländer ihre Anlagen, zum Frust der Gemeinde, für nun 35 Millionen Gulden (rund 480 Millionen Euro), bei einer vorzeitigen Übernahme im Jahr 1897, an. Dieses Angebot, bei dem sich der Preis beinahe verdoppelt hatte, dürfte letztlich die Entscheidung für die selbstständige Errichtung einer städtischen Gasversorgung gebracht haben.

 

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Energie